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STIMMEN ZUR SAMMLUNG HOLTSTIEGE

In einer Begutachtung schreibt am 25. 03. 2002 Herr Prof. Dr. Ing. Dirk Fischer, FH Münster, Fachbereich Elektrotechnik / Labor für Hochfrequenztechnik :

"Stellungnahme zu der Sammlung und Ausstellung von Herrn Reinhold Holtstiege.
Vor einigen Tagen hatte ich die Gelegenheit, die Sammlung und Ausstellung von Herrn Reinhold Holtstiege zu besichtigen. Sie zeigt die Entwicklung der Elektrotechnik und insbesondere der Funktechnik in einem beispiellosen Umfang.
Herr Holtstiege hat eine enorme Anzahl historischer Exponate aus dem Bereich der allgemeinen Elektrotechnik (z.B. aktive und passive Bauelemente, historische Elektronenröhren, historische Energietechnik ect.), der Kommunikationstechnik(drahtlos und drahtgebunden) sowie der Datentechnik zusammengetragen.
In dieser Sammlung sind darüber hinaus quasi alle Aspekte der drahtlosen Kommunikationstechnik erfaßt, dazu zählen neben historischen Exponaten die Darstellung der modernen Technik wie z.B. der Rundfunk- und Fernsehtechnik sowie der Satellitentechnik.
Angefangen von den ersten Entdeckungen im Bereich der Elektrotechnik (Elektrostatik, Magnetismus) über die ersten Versuche mit Funkensendern bis hin zu Transistorempfängern verfügt diese Sammlung über eine durchgängige Darstellung der historischen Entwicklung. Besonders beeindruckend sind die vielen Exponate, die sich mit der Geschichte der Funktechnik befassen. Herr Holtstiege verfügt über eine große Anzahl von Originalen, also Komponenten, Geräten und vollständigen Laboraufbauten, die einen unschätzbaren Wert darstellen und kaum beziffert werden können. Der Begriff "Technisches Kulturgut" umschreibt dies vielleicht noch am besten. Die Originale befinden sich in einem guten bis sehr guten Zustand.
In der Sammlung finden sich neben Originalen auch zahlreiche Nachbauten historischer Versuche, die sich zum Teil in einem demonstrationsfähigen Zustand befinden. Hierdurch wird die Technik "lebendig", der Besucher gewinnt einen Eindruck von der Faszination dieses Fachgebietes.
In der Ausstellung werden neben der Entwicklung der Elektrotechnik zahlreiche historische Meilensteine beleuchtet, dazu zählen die Entwicklung der Telefontechnik um 1850, die Entdeckung der Bewegtbildübertragung, der Nachweis elektromagnetischer Wellen durch Heinrich Hertz sowie viele singulär herausragende Entdeckungen auf diesem Gebiet.
Vom besonderen Interesse dürfte auch die Zuordnung einiger technischer Einrichtungen zu markanten historischen Ereignissen sein. Dazu gehören u.a. der Untergang der Tianic, die Nutzung des Radios als Propagandainstrument im Dritten Reich ect. Hier wird die Bedeutung der Kommunikationstechnik anhand markanter Beispiele sehr anschaulich im geschichtlichen Kontext dargestellt.
Besondere Beachtung verdient auch die Tatsache, dass Herr Holtstiege die Sammlung in einer chronologischen Reihenfolge präsentiert. Beim Studieren der Exponate und der entsprechenden Erläuterungen fühlt man sich in diese Zeit zurückversetzt. Herr Holtstiege hat diese Sammlung in langjähriger intensiver Arbeit mit bewundernswertem Engagement und vorbildlichem, persönlichen Einsatz nicht nur zusammengetragen, sondern auch in einen präsentationsfähigen, und m.E. museal und auch pädagogisch wertvollen Zustand versetzt.
Zusammenfassend lässt sich festhalten, dass die Sammlung von Herrn Reinhold Holtstiege die meines Wissens nach umfangreichste und sehenswerteste Sammlung darstellt, die sich mit der Thematik der Entwicklung der (Tele-)Kommunakationstechnik beschäftigt.
Für mich steht außer Frage, dass diese Ausstellung einen unschätzbaren Wert darstellt und um jeden Preis erhalten werden muss. Bei einem Großteil der Exponate handelt es sich um unwiederbringliche Originalstücke, teilweise sind es sogar Einzelstücke mit unschätzbarem Wert.
Ich unterstütze alle Aktivitäten zum Erhalt dieser wirklich außergewöhnlichen Kollektion mit besonderem Nachdruck.
Steinfurt, 25.03. 2002
Prof. Dr. Ing. Dirk Fischer


Winfried Müller, Berlin. Kurator der Gesellschaft der Freunde der Geschichte des Funks (GFGF):
"Bisher habe ich keine vergleichbare Übersicht mittels Exponaten aus der Entwicklungsgeschichte der "Elektronik" gesehen. Sowohl das Deutsche Museum(München) als auch das Deutsche Technikmuseum (Berlin), bieten keine vergleichbare Übersicht. Eine umfangreiche, sehr interessante Dauerausstellung zeigt auch sein Privatmuseum in Havixbeck."

 
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